Wirkstoffentwicklung und neue therapeutische Ansätze

Ziele

Neue therapeutische Ansätze zu erarbeiten und diese auch bis hin zur Entwicklung neuer Medikamente voran zu treiben ist Ziel des Forschungsbereichs 4 Wirkstoffentwicklung und neue therapeutische Ansätze. Die umfangreiche chemische, pharmazeutische und strukturbiologische Expertise an der Goethe-Universität in Frankfurt macht die Entwicklung und Optimierung neuer Wirkstoffkandidaten gegen validierte Zielstrukturen möglich, am Georg-Speyer-Haus und am Paul-Ehrlich-Institut in Langen werden innovative „biologicals“ und Zelltherapeutika entwickelt, für die am Institut für Transfusionsmedizin zertifizierte Produktionsbereiche vorhanden sind.

Die Goethe-Universität Frankfurt ist außerdem seit 2017 einer der akademischen Standorte des weltweiten Structural Genomics Consortium (SGC), einer public-private Partnerschaft mit dem Ziel, Medikamentenentwicklung durch Ausschöpfung bisher ungenutzter Ressourcen zu beschleunigen. Das FCI wird im Bereich Wirkstoffentwicklung eng mit dem SGC-Standort Frankfurt kooperieren.

Ressourcen

Durch die Anknüpfung an den Standort Frankfurt des Structural Genomics Consortium (SGC) stehen dem FCI umfangreiche Screening-Plattformen und Substanzbibliotheken zur Verfügung, die ein effizientes, strukturbasiertes Wirkstoffdesign sowie sogenannte Repurposing-Studien ermöglichen. Im SGC werden beispielsweise hochspezifische, zellaktive Inhibitoren (chemical probes) entwickelt, die ideale Werkzeuge sind, um neue krebsrelevante Targets zu identifizieren und validieren, bevor die weitere klinische Entwicklung vorangetrieben wird.

Auch koordiniert der SGC-Standort Frankfurt das sogenannte Probe-Programm, in dessen Rahmen Pharmapartner mehr als 70 sehr gut charakterisierte, hochselektive Inhibitoren für krankheitsrelevante Proteine zur Verfügung stellen. Dabei werden nicht nur die physischen Substanzen, sondern auch die assoziierten Daten (Selektivität, Pharmakokinetik, Phänotyp) zugänglich gemacht. Viele dieser Inhibitoren wurden schon für in vivo Studien optimiert oder zum Teil schon in klinischen Studien getestet. Diese Inhibitoren bieten ideale Voraussetzungen für mechanistische Studien und sind daher von großem Wert für die Forschung innerhalb des FCI. Darüber hinaus wird eine Chemical Screening-Plattform aufgebaut, die dem FCI zur Verfügung stehen wird.

Parallel hierzu wird das Paul-Ehrlich-Institut sogenannte DARPin-Bibliotheken (designed ankyrin repeat proteins) einbringen. DARPins können geeignete Zielstrukturen in Tumorzellen erkennen und selektiv inaktivieren. Das PEI hat die notwendigen Selektionsverfahren etabliert, um DARPins gegen im FCI identifizierte neue Zielstrukturen erzeugen zu können.

Neben der Möglichkeit zur Entwicklung molekular zielgerichteter niedermolekularer Wirkstoffe verfügt Frankfurt am Zentrum für Zell- und Gentherapie auch über Produktionslinien für zellbasierte Arzneimittel nach GMP-Standard. Am Georg-Speyer-Haus und am Universitätsklinikum wurde beispielsweise bei der Entwicklung von CAR-NK-Zellen für die adoptive Immuntherapie in den vergangenen Jahren Pionierarbeit geleistet, eine erste Phase-I-Studie ist bei Patienten mit rezidiviertem ErbB2-positivem Glioblastom gestartet.

Menschen

Forschungsbereich 4 Wirkstoffentwicklung und neue therapeutische Ansätze wird geleitet von Stefan Knapp, der als Sprecher des SGC-Standortes Frankfurt über große Expertise im Bereich des strukturgeleiteten Wirkstoffdesigns verfügt.

Des Weiteren wird eine W3-Professur für Tumorimmunologie sowie eine Nachwuchsgruppe auf dem Gebiet Drug Development diesen Bereich maßgeblich verstärken. Zur Verstärkung der vorhandenen Plattformen der Wirkstoffentwicklung wird außerdem eine Staff Scientist-Position und eine technische Assistenz aus dem FCI finanziert.

Folgende Wissenschaftler sind an Forschungsbereich 4 beteiligt:

Tumor-Immunologie (W2)

LOEWE Professurzu rekrutieren

Andreas Krämer

Staff Scientist

  • N.N. Tumorimmunologie (W2)
  • Christian Buchholz
  • Volker Dötsch
  • Stefan Knapp
  • Daniela Krause
  • Harald Schwalbe
  • Winfried Wels
  • Staff Scientist: Andreas Krämer